Tilman Jens Krank

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Tilman Jens Krank | Jens war ein kürzlich verstorbener Journalist, Autor und Filmregisseur aus Deutschland. Tilman Jens begann seine Karriere als Fernsehautor beim NDR, wo er für das damalige “Buchjournal” arbeitete.

Es dauerte nicht lange, bis aus seinem “Heimsender” der Hessische Rundfunk (HR) in Frankfurt wurde, wo er den Großteil seines Erwachsenenlebens verbrachte. Er steuerte Zeitschriftenartikel zur bekannten und ältesten ARD-Kultursendung “Titel-Thesen-Temperamente” (TTT) bei, die vor allem bei den legendären Kulturchefs des Senders großen Anklang fand.

Ich war damals auch Leiter des ARD-Kulturweltspiegels beim WDR. Der 1954 in Tübingen geborene Journalist war einer der regelmäßigen Mitarbeiter des Magazins. Vor allem aber war Tilman Jens der einzige Kollege, der es verstand, kulturpolitische Themen fernsehtauglich aufzubereiten.

Seine Fähigkeit, einprägsame Bilder mit brillanter Sprache zu kombinieren, hebt ihn von der Masse ab. Bei ihm gab es nie eine Pause zwischen Bild und Text. Mein Lieblingsautor, der sowohl in der visuellen Umsetzung als auch im Gebrauch einer verständlichen Sprache einfallsreich ist, hat immer wieder herausragende Beiträge hervorgebracht.

Aufgrund der journalistischen Qualität des Magazins ist es meiner Redaktion gelungen, den Kulturweltspiegel viele Jahre lang als das Magazin mit der höchsten Leserschaft und der größten Akzeptanz in der ARD zu präsentieren.

Tilman Jens arbeitete für den Hessischen Rundfunk, wo er Filme für “Titel, Thesen, Temperamente” produzierte, für den NDR und für Arte, darunter Dokumentationen unter anderem über Scientology, Kurt Masur und Axel Springer.

Im “Kulturweltspiegel” gab es 1994 einen Artikel, in dem Jens behauptete, Marcel Reich-Ranicki habe während seiner Tätigkeit für den polnischen Geheimdienst anderen nicht so linientreuen Kommunisten geschadet.

Als Wolf Biermann sich im Spiegel sah, erklärte er, Tilman Jens sei “anscheinend zu feige gewesen, seinen Vater mit ödipaler, süffiger Freude zu töten”, und er habe nichts anderes als stellvertretenden Vatermord begangen. Vor dieser Episode war Walter Jens der engste Freund von Reich Ranicki.

Während seiner Ermittlungen zum Tod des Schriftstellers Uwe Johnson in den 1980er Jahren als Angestellter einer illustrierten Zeitung wurde Jens wütend. Um Zugang zu den Briefen und Tagebüchern des Verstorbenen zu erhalten, betrat er seine damals leerstehende Wohnung.

Er gab zu, einen Fehler gemacht zu haben, über den er später schrieb: “Es war ein Wendepunkt. Dies war der Fall mit Diebstahl. Es war eine kriminelle Situation… Ich wurde aus gutem Grund gefeuert… von meiner Seite begangen worden ist … der bedeutendste und oft entmutigende, aber zweifellos erschreckende Fehler meines Lebens.”

Tilman Jens, der Sohn des bedeutenden Intellektuellen Walter Jens, passte in kein vorgegebenes Programmraster der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Die Mentalität eines Beamten war ihm ein Graus. Er hat nie eine Festanstellung gesucht und seinen Status als Freelancer nie in Frage gestellt, weil er mit Leidenschaft bei der Sache ist.

Es war klar, dass er den Autoritäten, die in ihre Positionen aufgestiegen waren, ohne das Handwerk und die Kunst des Filmemachens zu beherrschen, wenig Wertschätzung entgegenbrachte. Parteisüchtige im mittleren Management und an der Spitze von ARD und ZDF verachtete er unter anderem.

Er erkannte schnell Gegner, die von Natur aus einseitige Partisanen oder politische Opportunisten waren. Es machte ihm Spaß, sich über sie lustig zu machen, weil er sie als Vertreter der Mittelmäßigkeit ansah, und er genoss es, gegen den Strom zu schwimmen.

Es war üblich, dass der Autor der Fernsehsendung unangemessen, unbequem, umstritten und vor allem provokativ war. Meine Aufgabe, ihn zu beschützen und zu verteidigen, war relativ einfach. Manchmal ging der Nonkonformist zu weit und riskierte Risse, die erst nach seinem Tod repariert wurden.

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